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Sathya Sai Baba - Sein Leben 6

B. N. Narashimha Murthy

Biographie von Sathya Sai Baba.

Band 6 – 1986 bis 1993.

 

Der sechste Band der Biographie „Sathyam Shivam Sundaram“ beschreibt Sathya Sai Babas göttliche Reise von 1986 bis 1993. Das waren ereignisreiche Jahre, in denen sich die göttliche Mission auf die ganze Welt ausdehnte. Das Buch schildert die bedeutendsten Geschehnisse dieses Zeitabschnitts, gibt Geschichten von Devotees wieder und ermöglicht ein vertieftes Studium der universellen Lehren des Avatars.

 

1. Auflage 2010, 331 Seiten, kartoniert, Bestell-Nr. 1182

ISBN 978-3-932957-59-8

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 82. Geburtstag von Shrī Sathya Sai Baba präsentierte das Komitee, das seine Biographie „Satyam Shivam Sundaram“ ab 1980 fortführt, den sechsten Band dieser Serie. Darin beschreibt B. N. Narasimha Murthy die göttliche Reise von 1986 bis 1993. Das waren ereignisreiche Jahre, in denen sich die göttliche Mission auf die ganze Welt ausdehnte.

 

Murthy verknüpft die bedeutendsten Geschehnisse dieses Zeitabschnitts – die Entstehung des Mandirs Sai Sruti in Kodaikanal, die Gründung des Fachbereichs „Business Management“ an der Universität Sri Sathya Sai Institute of Higher Learning und die Errichtung des Krankenhauses Super Speciality Hospital in Puttaparthi – mit Geschichten über Devotees. Diese spiegeln die Auswirkungen der Lehre wider und zeigen das ideale Beispiel, das Sai Baba der Menschheit gibt. Dabei stehen seine Philosophie für die Geschäftswelt und die Gesundheitsfürsorge ebenso im Fokus wie seine persönliche Beziehung zu Studenten, Lehrern, Geschäftsleuten und Ärzten, durch die er ihnen hilft, die Philosophie zu praktizieren. Dieser Band gibt zudem neue Einblicke in Sai Babas erhebenden Einfluss auf das Leben seiner auserwählten Werkzeuge, die eine wichtige Rolle in seiner Mission gespielt und seine Botschaft verbreitet haben.

 

Weiteres Anliegen des Buches ist ein vertieftes Studium der universellen Lehren Shrī Sathya Sai Babas, die verdeutlichen, dass die letzte spirituelle Erfahrung die Erkenntnis der Einheit von sich selbst mit Gott und der ganzen Schöpfung ist.

 

So unterstreicht der 6. Band der Biographie eine Aussage in den indischen Upanishaden, die von den fünf Zeichen eines wahren Lehrers sprechen: In seiner Gegenwart erblüht Weisheit, schwindet Sorge, steigt Freude im Herzen auf, bricht Fülle an und gedeihen alle Geistesgaben.

 

 

Leseprobe aus dem Kapitel „Der Berg der göttlichen Freude“, das Erlebnisse der Studenten mit Sai Baba in Kodaikanal schildert:

 

In seinen jungen Jahren sang Bhagavan einmal ein Gedicht auf Telugu, um der Welt zu offenbaren, wer er ist: „Der Eine, der als der Sohn von Nanda (nandabāla) im brozenen Zeitalter (dvāparayuga) geboren wurde, ist heute als ‚Kind der Glückseligkeit‘ (ānandabāla) zurückgekommen, um die wiederzuerkennen, die zu ihm gehörten. Derselbe Īshvara, der Herr des Universums, ist heute als Bāla-Sai-Īsha, der junge Sai, herabgekommen, um mit den Seinen zu spielen!“

 

Die, die an jenem phantastischen Sommermorgen in den dichten Wäldern nahe des Kandaru-Flusses in der Nähe von Kodaikanal bei ihm in seiner Picknick-Gruppe waren, werden sich für den Rest ihres Lebens immer wieder an dieses Gedicht erinnern. Es waren drei Stunden reiner Freude mit dem Schöpfer im Schoß von Mutter Natur inmitten ihrer schönsten Manifestation. Dort machte er Scherze und lachte mit seinen Jungen. Er sang und spielte sogar mit ihnen!

 

Ich will zunächst erzählen, wie es zu dem Picknick gekommen war. Einige Tage vor diesem bedeutsamen Picknick sagte Bhagavan zu den Studenten in einer dieser fröhlichen Zusammenkünfte in Sai Sruti: „Seht, Jungen! Auf meinen früheren Reisen nach Kodaikanal waren Picknicks üblich. Aber in den letzten zehn Jahren gab es keine Picknicks.“ Diese Bemerkung reichte den Studenten, um Swami im Chor darum zu bitten, mit ihnen allen zum Picknick zu fahren. Der liebevolle Herr spielte mit seinen Jungen einige Tage lang Verstekken, bevor er nachgab. Selbst nachdem er entschieden hatte, sie zum Picknick mitzunehmen, und die Vorbereitungen getroffen hatte, blieben die Jungen darüber im Ungewissen. Er wollte ihnen eine Überraschung bereiten – und was für eine Überraschung das war!

 

Als Swami eines Morgens aus seinem Zimmer kam, verkündete er den Jungen: „Heute machen wir ein Picknick!“ Hundert Knospen erblühten auf einmal in jedem dieser jugendlichen Herzen. Nach dem Darshan an jenem Morgen startete Bhagavan mit einer etwa 70-köpfigen Gruppe, die sich aus Studenten und Älteren zusammensetzte, von Sai Sruti. Die Kavalkade bestand aus Swamis Auto, dem Bus mit den Studenten und einigen anderen Wagen. Einige Ältere waren mit einer Gruppe Sevadals vorausgefahren, um den Platz vorzubereiten. In der kurzen Zeit, die ihnen vor dem Aufbruch zur Verfügung stand, hatten die Studenten Vorbereitungen getroffen, um Bhajans und andere Lieder zu singen und Spiele zu spielen.

 

Die Gruppe erreichte den Picknick-Platz um 10 Uhr. Swami stieg aus dem Auto und ging in den Wald.  Es gab einen unbefestigten Weg, der den Berghang hinab in ein bewaldetes Gebiet führte, das einige hundert Meter von der Hauptstraße entfernt lag. Der Weg war mit Bäumen gesäumt und das ganze Gebiet spross vor bezauberndem Grün. Es war ein besonderes Vergnügen, Swami vor dieser wundervollen natürlichen Kulisse zu sehen.

 

Es folgten einige Stunden purer Glückseligkeit, die keiner von denen, die dabei waren, jemals vergessen wird. Glückseligkeit, die sich von Freude und Fröhlichkeit unterscheidet, kann von Menschen nur erfahren werden, wenn man das Göttliche erkannt hat. Solche Glückseligkeit kann von Seelen reinen Herzens nur nach Jahren spiritueller Übungen (sadhana) erlangt werden. Das Kommen des Avatars jedoch ermöglicht sogar gewöhnlichen Menschen diese Erfahrung, wenngleich in einer anderen und begrenzten Art und Weise, wenn sie das Privileg und den Segen haben, in Kontakt mit ihm zu kommen. Seine magnetische Gegenwart strahlt Liebe aus und erwärmt und transformiert die gesamte Atmosphäre. Sie erfüllt alle Anwesenden mit einer Energie und einem Enthusiasmus, der sie nur an ihn denken und alle Sorgen der Welt vergessen lässt.

 

Als Swami im Schoß der Natur saß, umringte ihn die Gruppe und ließ sich zu seinen Lotosfüßen  nieder. Bhajans und andere Gotteslieder folgten. Als alle mit voller Kehle seine Herrlichkeit besangen, gab Swami den Rhythmus mit der Zimbel in Sänger auch, einige seiner Lieblingslieder zu singen. Zwischen den Liedern machte er einige Bemerkungen und erzählte humorvolle Begebenheiten, die sich auf das Lied, den Komponisten oder den Sänger bezogen, was die Freude der Gruppe noch vergrößerte. Swami lehrte seine Studenten durch praktische Darlegungen, dass die Lust am Leben und gesunder Genuss der Freuden, die das Leben bietet, mit einer spirituellen Anschauung nicht unvereinbar sind. Alles, was man brauche, sei sicherzustellen, dass der „Kopf“ im Wald bleibe, während die „Hände“ aktiv an der Gesellschaft teilnähmen.

 

Der schönen Musikdarbietung folgten Spiele. „Übergabe des Pakets“ war ein solches Ereignis, das die Studenten geplant hatten. Alle Studenten, Lehrer und Ältere saßen im Kreis. Ein Kasten wurde von einem zum anderen in dem Kreis gereicht. Ein Student spielte Musik auf einem Akkordeon. Wenn die Musik aufhörte, musste derjenige, in dessen Händen sich der Kasten befand, die Bestrafung über sich ergehen lassen, die auf einem Zettel im Kasten geschrieben stand. Man fragte sich, ob es eine Strafe oder ein Privileg in der göttlichen Gegenwart war! Dieser Teilnehmer öffnete den Kasten, nahm den Zettel heraus und reichte ihn dem Zeremonienmeister. Dieser verlas die Strafe. Es begann damit, dass ein Student ein Lied singen musste. Sein kläglicher Gesangsversuch ging mit seinem Kampf um die Tonlage und den Rhythmus einher, was zu tobendem Gelächter aller Anwesenden,  einschließlich Bhagavan, führte. Es folgten einige ähnliche Strafen: Einer der Lehrer musste ein Lied in irgendeiner Sprache außer Englisch und seiner Muttersprache singen. Ein kleiner Junge hatte zu tanzen. Einer der Älteren musste „Brahmarpanam“ singen und so weiter. Als das Spiel seinen Lauf nahm, beteiligte sich Swami so sehr, dass er den Zettel, der dem Zeremonienmeister gereicht wurde, abfing, öffnete und laut vorlas. Er hatte genauso viel Freude an dem Spiel wie alle anderen, die dabei waren. Vielleicht hatte keiner der Anwesenden je so laut und herzlich gelacht wie an jenem Morgen – und obendrein in Swamis Gegenwart

 

„In der Gegenwart der Liebe geschehen Wunder“, sagte Robert Schuler. Materialisationen sind normale Vorkommnisse, wenn Bhagavan in Begleitung von Devotees ist. Sie sind seine Weise, diejenigen, die um ihn herum sind, daran zu erinnern, dass er der Schöpfer ist und Schöpfung und Zerstörung nach seinem Willen geschehen. Sie dienen auch als Zeichen seiner Liebe und Talismane seines Schutzes. Solch eine Zusammenkunft schien sogar den Schöpfer selbst zu inspirieren. Jener Morgen sah einige Zeichen seiner Liebe in Form von Ringen und Ketten, die für einige Glückliche der Gruppe  materialisiert wurden. Aber das Kronjuwel unter seinen Schöpfungen an diesem Morgen war das „Hiranyagarbha-Lingam“, das er materialisierte. Es war ein goldenes, etwa 5 Zentimeter großes Lingam. Nachdem er es materialisiert hatte, zeigte er es allen ringsum und erklärte seine Bedeutung. Es wurde später einem der Älteren in der Gruppe gegeben.

 

Dem Spaß und den Scherzen folgte ein typisches Picknick-Mittagessen, das allen Anwesenden,  einschließlich Swami, aus den gepackten Kisten serviert wurde. Bei ihrem gemächlichen Essen von Papptellern trieb Swami alle dazu an, weitere Portionen von den geschmackvollen Gerichten zu nehmen, während er so sparsam wie immer aß.

 

Später machte Swami einen Spaziergang durch das bewaldete Gebiet. An einer Stelle erhob er sich und setzte sich auf einer Höhe auf den Stamm eines umgefallenen Baumes. Dann ging er zum Rand eines Flusses. All das bot den eifrigen Fotografen unter den Studenten wundervolle Gelegenheiten. Die Schönheit der Natur schien die Ausstrahlung und Gnade der göttlichen Form nur zu akzentuieren. Als die Kameralichter aufblitzten, ging Swami lächelnd von einem Platz zum nächsten. Es gab auch Bitten um individuelle Fotos. Swami kam diesen bereitwillig nach und stand für persönliche Bilder und  Gruppenfotos mit allen anwesenden Studenten, Lehrern und Älteren bereit. Diese schönen Momente wurden in Bildern eingefangen, um für alle kommenden Zeiten in Ehren gehalten zu werden.

 

Alle guten Dinge müssen zu Ende gehen, und nachdem alle fast drei Stunden lang in dieser  berauschenden Atmosphäre verbracht hatten, mussten sie die Fahrzeuge besteigen, um nach Hause zurückzukehren. Dennoch waren das Erinnerungen, die alle Anwesenden ihr Leben lang behalten würden. Swamis Gegenwart macht jedes Ereignis erinnerungswürdig. Das war ein Anlass gewesen, bei dem Schönheit von göttlicher Gegenwart erhöht und Liebe von Lachen bereichert worden war. Es war ein Ereignis, bei dem alle Anwesenden eine Verwandtschaft mit der menschlichen Form, die das Göttliche angenommen hatte, fühlten, und das Band, das geschaffen wurde, ließ jeden zu sich selbst sagen: „Gott ist mein und mein allein!“